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Anne Jeschke , Pharmazeutin im Praktikum

„Was wirklich hinter der Produktion von Arzneimitteln steckt, wusste ich nicht.“


Frau Jeschke, Sie sind Pharmazeutin im Praktikum und verbringen die Hälfte Ihres praktischen Jahres bei BERLIN-CHEMIE. Warum? Sie hätten beispielsweise auch ein ganzes Jahr in einer Apotheke arbeiten können.

Weil ich mir noch gar nicht sicher bin, was ich nach dem dritten Staatsexamen machen möchte. Ich weiß, dass ich bei meiner Arbeit Kontakt zu Menschen haben möchte, sei es in der Apotheke oder in einem Unternehmen. Deshalb wollte ich neben der Apotheke noch etwas anderes kennenlernen. Man hat ja nie wieder die Möglichkeit, so leicht in einen Bereich hineinzuschnuppern, wie bei diesem Praktikum. Das wollte ich nutzen und habe auch das Gefühl, dass ich einiges mitnehme.

In welchem Bereich arbeiten Sie bei BERLIN-CHEMIE?

Ich arbeite in der Zulassungsabteilung Deutschland. Wir betreuen alle Zulassungen von in Deutschland zugelassenen Produkten. Dazu gehören aber auch EU-Zulassungen. Bei den oft lang andauernden Zulassungs- und Verlängerungsverfahren sind wir der Ansprechpartner für die deutsche Zulassungsbehörde, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Wenn sich zum Beispiel an einem Produkt etwas ändert, werden die Änderungen zuerst aus Zulassungssicht beurteilt und mit verschiedenen Abteilungen erarbeitet.

Wie lief eigentlich der Bewerbungsprozess für die Praktikumsstelle ab?

Auf der Website von BERLIN-CHEMIE sind alle Praktikantenstellen für die einzelnen Abteilungen ausgeschrieben. Dort kann man sich bewerben. Ich hatte mir ursprünglich eine andere Stelle ausgeguckt, die dann aber schon vergeben war. Daraufhin hat mich jemand von BERLIN-CHEMIE angerufen und gesagt, dass es aber andere Stellen gäbe, die noch frei wären, und die in der Zulassung fand ich sehr spannend.

Mit welchen anderen Abteilungen kommen Sie bei Ihrer Arbeit in Kontakt?

Wir haben mit vielen anderen Abteilungen zu tun. Ich arbeite zum Beispiel mit den Kollegen zusammen, die für die Qualitätsdokumentation zuständig sind. Darin wird alles festgehalten, was mit der Qualität eines Arzneimittels zu tun hat, etwa die Stabilitätsdaten und Angaben, wie ein Arzneimittel hergestellt und geprüft wird. Die Kollegen sitzen auf der gleichen Etage wie wir. Bei Fragen können wir immer rübergehen. Dann arbeite ich mit der Abteilung Medizin und Forschung zusammen, die für die Erstellung der Produktinformationstexte verantwortlich ist. Das sind beispielsweise die Packungsbeilagen für die Arzneimittel. Außerdem haben wir mit dem Marketing zu tun, um Zulassungsstrategien festzulegen, und mit dem Internationalen Bereich, da die internationalen Zulassungen oft auf dem nationalen Zulassungsstand basieren.

Insgesamt verbringen Sie sechs Monate bei BERLIN-CHEMIE. Werden Sie in dieser Zeit die Abteilung noch wechseln?

Nein, ich bin in einer festen Abteilung. Aber es gibt bei BERLIN-CHEMIE für die Pharmazeuten im Praktikum zweistündige Veranstaltungen, in denen wir andere Abteilungen besuchen und so die wichtigsten kennenlernen. Wir waren zum Beispiel schon in der Qualitätskontrolle zu Gast. Außerdem habe ich von meiner Betreuerin Tipps bekommen, welche Kollegen ich während meines Praktikums ansprechen könnte, um über sie weitere Abteilungen kennenzulernen.

Wie schnell konnten Sie denn in der Abteilung richtig mitarbeiten?

Das ging relativ schnell. An den ersten beiden Tagen haben mir die Kollegen einiges erklärt, am dritten Tag habe ich gelernt, wie die Anzeigen bei den Behörden funktionieren und dann hatte ich schon meine eigenen Aufgaben auf dem Tisch. Meine Betreuerin schaut am Ende natürlich immer noch einmal über meine Arbeit, aber ich habe sehr viel dadurch gelernt, dass ich es gleich selbst ausprobiert habe.

Wie haben Sie eigentlich die Umstellung von der Theorie im Studium zur Praxis bei BERLIN-CHEMIE erlebt?

Am Anfang war es schon speziell und hat mit dem, was ich an der Uni gelernt habe, nicht viel zu tun. Alle werfen mit Abkürzungen um sich und ich habe erst einmal nur Bahnhof verstanden. Aber nach einigen Tagen bin ich so langsam hinter die Abkürzungen gekommen. Ich konnte mir während des Studiums auch gar nicht richtig vorstellen, was ein Pharmaunternehmen im Detail macht. Ich dachte, das Unternehmen produziert und kontrolliert die Arzneimittel und bringt sie dann auf den Markt. Aber wie viel wirklich dahinter steckt und wie viele Abteilungen es hier gibt, davon hatte ich keine Vorstellung. Generell ist der Tagesablauf abwechslungsreich und anspruchsvoll. Daher bleibt es nie aus, dass man mal einen Fehler macht. Das ist ja erst mal auch nichts Schlimmes. Deshalb bespreche ich meine Arbeit ja auch immer mit meiner Betreuerin. Wir arbeiten nach diesem Vier-Augen-Prinzip, damit alles, was wir bei den Behörden einreichen, fehlerfrei ist.

Wen fragen Sie, wenn Sie mal gar nicht weiterkommen?

Meistens frage ich meine Betreuerin. Sie sitzt mir direkt gegenüber und ist eigentlich jederzeit ansprechbar. Und wenn sie mal in einer Besprechung ist, kann ich ein Büro weiter gehen und jeder nimmt sich Zeit und hilft. Ein Ansprechpartner ist immer da.

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